Mit Märchen Integration üben
Mit der Kamera dabei
Schüler des Ausbildungszweigs Foto- und Medientechnik an der Schule für Gestaltung des Kolping-Bildungszentrums waren mit der Kamera in den Klassenzimmern unterwegs, als das
Menschen-Märchen-Projekt des Heilbronner Theaters im vergangenen Schuljahr in den Grundschulen Fuß fasste. Die ehrenamtlichen, durch Theaterpädagogin Bärbel Jogschies ausgebildeten Märchenerzähler/-innen führen das Projekt weiter.
Sponsoren
Bürgerstiftung, Dieter-Schwarz-Stiftung und die Akademie für Information und Management (AIM) sind die Sponsoren imSchuljahr 2009/10. Zuvor hatten die Stiftung Kinderland Baden-Württemberg und die Tageszeitung Heilbronner Stimme das Projekt finanziell unterstützt.
Begegnungen
Die Idee, Erwachsene aus allen Bevölkerungsschichten und verschiedenen in Heilbronn beheimateten Nationen in Grundschulen Märchen erzählen zu lassen, scheint auf den ersten Blick banal. Was sich daraus entwickelte, führt zum Ziel Sprachförderung und Integration, das Theaterpädagogin Bärbel Jogschies setzte: Es gehe zum Einen darum, der Mündlichkeit einen Stellenwert zu geben. „Die Kinder erzählen, bis sie selber lesen können“, bechreibt Jogschies zum einen. Zum anderen ergaben sich intensive Begegnungen. In den Schulen entwickelte sich in den wöchentlichen Märchenstunden eine Kultur der Gastfreundschaft. „Mensch spricht mit Mensch“ – diese Situation trage zur Identitätsfindung bei, fand die Theaterpädagogin bestätigt. Heilbronns Kulturbürgermeister Harry Mergel nannte das Märchenprojekt gar ein „Leuchtturmprojekt der Integration“.
Organisation ist alles
Was passiert, wenn Menschen erzählend etwas von sich selbst geben, spiegelt sich in den Gesichtern der Kinder. Das haben die angehenden Foto- und medientechnischen Assistenten auf ihren Bildern festgehalten. Für sie ist das Projekt eine Praxiserfahrung mit allen Aufgaben, die im Beruf auf sie zukommen: Ein Team bilden und Aufgaben verteilen, Termine planen, Ziele formulieren. Sarah Fischer koordinierte die zehnköpfige Gruppe und ihre Besuche in 20 Schulklassen, half, Fahrgemeinschaften zu organisieren und verwaltete die ständig gewachsene Bildersammlung. „Wir gingen immer zu zweit in eine Klasse“, erklärt Sara Schreiner. „Einer hat gefilmt, einer fotografiert“.
Dokumentation
Die Erfahrung, wie schnell sich Kinder daran gewöhnen, von der Kamera beobachtet zu werden, fand Sara „cool. Jeder fotografiert doch gern Kinder.“ Jetzt erstellen die Schüler eine
Homepage, die das Projekt dokumentiert. Und zum ersten Schultag 2009 erhielten 1300 Heilbronner Erstklässler einen Gutschein für das Hörbuch mit den Menschen-Märchen Auf drei CDs sind die Geschichten aus aller Welt zusammengestellt. Felix Heym, angehender Grafik-Designer, hat das Hörbuch liebevoll gestaltet. Für 14 Euro ist es im Heilbronner Theater zu haben.






