Beflügelt vom kreativen Endspurt

Inspirierender Arbeitsplatz: der Garten der Villa Nestle
Bildhauer-Camp im Garten der Villa. Fotos: kbw

Während der Projekttage erblühen in der Villa Nestle unerkannte Talente

Gigantisch
„Das war einfach gigantisch.“ Marina Fritsch schwebt  durch die Aula des Bildungszentrums. Projekttage der Schule für Gestaltung: Das sind immer Prozesse, in denen sich die Schüler beider Fachrichtungen – Grafik-Design und Foto- und Medientechnik – auch einmal in Disziplinen ausprobieren, in denen sie sonst nicht arbeiten. Und das sind immer erstaunliche Ergebnisse, die die Schüler nach zwei produktiven Tagen in einer Abschlusspräsentation zeigen.

Lots of dots
Gerade haben Marina und ihre zehn Mitschüler aus der Schule für Gestaltung die ein auf acht Meter langen Papierbahnen wieder eingeholt, die an diesem Vormittag als Installationskunst das historische Bahnhofsgebäude und den Bahnhofsvorplatz schmückten. „Lots of dots“ hieß das Thema, bei dem aus simplen Punkten einzig durch deren Anordnung und unterschiedliche Größe Grafik-Kunst entstand, die Passanten zu Hinschauen verführte. „Das Tolle war, einmal nicht nur auf Papier zu malen, sondern etwas richtig Großes, Neues zu machen“, findet Anna Wehner.

Handwerk
„Mal etwas ganz anderes versuchen", das ist es, was Adil Sumgur, eigentlich angehender Fotograf, am Bildhauerseminar mit Karl Heinrich Lumpp reizte: „Aus so einem Klotz etwas herauszuholen, ist spannend“, fand er. Seine Nana, die in zwei Tagen entstanden ist, wird zuhause Platz finden. Klassenkameradin Dila Torcuk interessiert sich ohnehin „für das Künstlerische“. Sie hat ein zartes Pferdekopf-Relief in den Heilbronner Sandstein gemeißelt – mit Begeisterung, aber die Hände schmerzen.

Poetische Kalligrafie
Auf ganz unterschiedliche Weise spielte in den Angeboten Schrift eine Rolle: Als klassische Variante entwickelte Diethelm Wonner mit Schülern, die sonst im Typografie-Unterricht schwitzen, die Kunst, mit dem Pinsel aus gängigen Schriften sprechende Bilder zu machen. Regelrecht poetisch sieht es aus, wenn das Wort „flüssig“ davon  fließt oder Firdevs Okumus ihren Namen in arabischen Schriftzeichen mehr malt als schreibt.

Verrückte Typo
Am Computer arbeiten die Schüler bei Normen Stoll. „eperimentelle Typografie“ nennt er seinen Kurs und die Schüler finden „verrückt“, was dabei herauskommt: Das Wort Wasser, aus Schwarz-weiß-Kopien von Bildern verdursteter Kühe, assoziiert beim Betrachter so viel mehr als das, was es in gewohnter Schreibweise aussagt.

3D-Sicht
Ebenfalls technisch geht es bei Manfred Kirschner zu, wenn er 3D-Fotografie erklärt. Teresa Dölzer fand das Vorgehen „viel leichter als ich dachte“. Nachdem Theorie, Fotopraxis und –bearbeitung abgeschlossen sind, betrachten die Schüler die Ergebnisse durch rot-grün-Brillen. Bunt trieb es der Kurs von Heike Hofacker: Auf großen Leinwandbahnen ging ihre Malerwerkstatt-Besatzung ans Werk, danach entstanden aus ausgewählten ausschnitten Einzelwerke – „wie ein großes Puzzle“. Alle Schüler und Dozenten würdigten die Arbeiten aus den zwei Intensiv-Tagen in einer Vernissage gemeinsam.

Donnerstag, 17. Mai 2012
Qualitätsgemeinschaft