Ohne Kommunikation geht gar nichts

Video-, 3D- und Fotofachleute im Gespräch in der Kolping-Aula.
Video-, 3D- und Fotofachleute im Gespräch in der Kolping-Aula. Foto: kbw
Viele 3D-Produktionen entstehen im Studio.

Was „in“ ist in modernen Bilderwelten heißt 3D. Aber längst nicht nur in der Unterhaltungselektronik ist die räumliche Darstellung alles Sichtbaren gefragt, sondern auch in der Industrie. Thomas Weckler rückt mit solidem Fotografenhandwerk und moderner Visualisierungstechnik Kundenwünsche ins Bild.

Drei-Mann-Show
Zusammen mit seinem Mitarbeiter Steven Zuleger und seinem Auszubildenden Sebastian Kuberski referierte der Eppinger Thomas Weckler in der Reihe „Junge Gestalter“ der Schule für Gestaltung (SfG) des Kolping-Bildungszentrums. Die Themenreihe will dem Nachwuchs in den Berufskollegs Grafik Design und Foto- und Medientechnik Anregungen und Beispiele geben, wie es nach dem Abschluss weitergehen könnte. Auch interessierte Laien und externe Fachleute gehörten wieder zum Publikum im Bildungszentrum.

Sehen lernen
Dass in der Kreativwirtschaft das einsame Tüfteln vor dem PC nicht allein zum Erfolg führt, machten die Praktiker aus Eppingen unmissverständlich klar: Ohne Kommunikation geht gar nichts. Um zu wissen, was der mittelständische Betrieb seiner Kundschaft zeigen will, „muss ich mit ihm reden“, sagt Weckler. Auch wenn CAD-Daten massenweise technische Informationen, etwa über die Abmessungen und räumliche Darstellung eines Produkts liefern, müsse man „sehen lernen“, so Weckler, welche Besonderheiten ein Material auszeichnen, um das Bild zu erzeugen, das dem „Kundenempfinden“ entspricht.

Bilder im Kopf
Foto oder 3D-Simulation – je schwieriger die Beurteilung der Ergebnisse fällt, desto besser haben die Spezialisten von Teamfoto gearbeitet. Obwohl der 51-Jährige Fotografenmeister begeistert mit der Software Cinema 4D arbeitet, ermutigt er den Nachwuchs: „Das klassische Fotohandwerk ist eine tolle Basis, um an die 3D-Produktion heranzugehen“. Perspektive oder Lichtsetzung sind auch hilfreich, wenn man sich eine Vorstellung von einem Produkt machen soll. Das Bild, das man erstellen will, entstehe zuerst im Kopf – da helfe es, zum Beispiel zu fragen: „Wie würde ich mein Produkt im Studio ausleuchten?“ Wer die Werkzeuge seiner Software kenne und mit Kundenaugen sehen lerne, finde Spaß an der 3D-Produktion, gab Weckler seinem Publikum mit.

Produktionsrezept
Der Kunde stand auch im Fokus des Vortrags von Steven Zuleger, Ex-Kolping-Schüler, der für Teamfoto Videoproduktionen dreht. Seine Tipps aus dem Produktionsalltag waren etwa für Foto- und Medientechnikerin Nicole Thurn eine Auffrischung dessen, was sie aus ihrer eigenen Berufspraxis bestätigen kann: Die Kommunikation mit dem Kunden ist das A und O einer gelungenen Zusammenarbeit.  „Ihr müsst wissen, mit wem ihr sprecht: Ist das die Person, die Entscheidungen trifft? Ist der Kunde einverstanden mit eurem Drehbuch? Stimmt der Zeitplan? Sind am Set alle informiert über ihre Rolle?“ Aus den „Fragen, die ihr stellen solltet“, strickte Zuleger seine Empfehlungen für erfolgreiches Arbeiten – vom telefonischen Erstkontakt bis zu den Tücken der Postproduktion.

Differenziert
Mit seinem Abriss der Anforderungen einer modernen Fotografenausbildung zeigte Sebastian Kuberski einen weiteren Weg, was zum Beispiel Foto- und Medientechnikassistenten weiter werden können. Dass die Arbeit mit der Kamera und die am Rechner inzwischen im Verhältnis 40 zu 60 Prozent steht, wissen Insider, dass Abschlusszeugnisse ab 2013 differenziert belegen, in welchen Bereichen Auszubildende gearbeitet haben, war vielen neu.

Donnerstag, 17. Mai 2012
Qualitätsgemeinschaft