Sich selbst und die Gruppe entdecken

Rhythmus, Stimme Energie, aber auch das Nachdenken über sich selbst bestimmte die Workshops am Seminartag der Fremdsprachenschule

Das swingt: Der schlafende Löwe
Das „Awimbawe“ müssen die Background-Mädels drei Strophen durchhalten, die wenigen Männerstimmen legen die Basis für die tiefen Akkorde, die breite Mitte singt die Melodie. Das dreistimmige „The Lion Sleeps Tonight“ war das Ergebnis des Sing-it-out-Workshops der Fremdsprachenschule, eines von zwei Seminarmodulen, mit denen die Schule in einem Einführungsseminar das Gruppengefühl stärken will.

Sich einlassen
Kommunikations-Dozent und Sprecherzieher Florian Ahlborn war sich der Herausforderung bewusst, die es bedeutet, zwei Klassen, die sich nicht kennen, in rund drei Stunden zu Chorsängern zu machen. Die Schüler sollten ihre Kreativität auf einem für die meisten fremden Terrain ausleben und gleichzeitig als Gruppe zusammenarbeiten. Es hat funktioniert. „Gewöhnungsbedürftig“, sagen die einen, „Das hat Spaß gemacht“ die anderen. Sich auf die Gruppe einzulassen, ist der Schlüssel zu der Erfahrung: Als Gruppe sind wir stark. Der Schlusschor strahlte genau das aus.

Übungen zur Selbst- und Fremdeinschätzung gehören zum Lernen über soziale Kompetenzen
Trainerin Christine Pleschkou hatte viele Ideen, wie Soziale Kompetenz wachsen kann
Singen als Kreativ-Angebot
Dozent Florian Ahlborn (l.) stiftet die Fremdsprachenschüler zum Singen an
Zwei Männer in der Klasse retten die Begleitstimmen

Nachdenklich
Eher nachdenklich waren die Schüler am Ende des zweiten Moduls am Seminartag: „Soziale Kompetenz – Das Wir-Gefühl“. Dozentin Christine Pleschkou war sich bewusst, dass es an einem halben Seminartag nur darum gehen kann, einen Gedankenanstoß zu geben, wie man sich der Antwort auf die Frage „Wer bin ich und was will ich“ annähert. Ihre These: Soziale Kompetenz beginnt bei sich selbst und kann nur gelebt werden in der positiven Einlassung auf andere. Dass die Schüler sich selbst meist unterschätzen, ihr Gegenüber in der Gruppe dagegen realistisch beurteilte, überraschte so manche Teilnehmer.

Diskutierte auch Fragen: Trainerin Christine Pleschkou (l.)
Die Sichtweise ändern - zum Beispiel durch den Blick von außen
Singen statt Gramatik pauken
Drei Strophen durchhalten - das klappte gut
Der kleine, zuverlässige Hintergrundchor
Nach einem halben Probentag reif für die Bühne

Wer bin ich?
„Ich habe Situationen aus meinem eigenen Leben erkannt“, sagt etwa Margarete Stabel, über die Beispiele von Verhaltensmustern und Übungen im Seminar. Sie fühlte sich bestärkt, eine positive Sicht auf ihre Mitmenschen und vor allem auch auf sich selbst zu üben. Herausfinden, welche Wertvorstellungen und Verhaltensmuster einen selbst prägen, welchem Lerntyp man sich zuordnen kann, welche Ziele man sich stecken will – diese Fragen konfrontierten die Schüler sehr direkt mit der eigenen Persönlichkeit. Mit dem Wunsch, sie mögen über sich selbst nachdenken und üben, die anderen „in ihrem Sein zu lassen“, entließ Pleschkou die Schüler –  wohl wissend, dass damit lediglich ein Grundstein gelegt ist für das Nachdenken über Beziehungen und das Verhalten innerhalb von Gruppen.


Fremdsprachenschüler als Botschafter für Europa

Am Stipendiaten-Austausch auf der Didacta nahmen neun Heilbronner FremdsprachenschülerInnen teil.
Heilbronner Fremdsprachenschüler beim Leonardo-Kongress in Stuttgart. Fotos: kbw

Leonardo-Stipendiaten aus Heilbronn diskutierten auf der Didacta

Wenn viele eine Reise tun
Für neun Europa-StipendiatInnen und Französisch-Lehrerin Mireille Adam von der Heilbronner Fremdsprachenschule des Kolping-Bildungszentrums begann ausgerechnet der Mobilitätstag auf der Stuttgarter Bildungsmesse Didacta in einem stehenden Zug. Lokführerstreik. Dennoch erreichte die Gruppe rechtzeitig den Kongress. Als Fremdsprachenschüler waren sie Gäste der Nationalen Agentur (NA) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB), die federführend das europäische Austauchprogramm Opens external link in new windowLeonardo da Vinci Mobilität organisiert. Rund 250 Stipendiaten aus ganz Baden-Württemberg tauschten sich in je nach Ausbildungsgang eingeteilten Teams über ihre Auslandserfahrungen aus.

Lust auf mehr
Im Plenum vor großem Publikum trugen die jungen Teamleiter unter WDR-Fernsehmoderatorin Brigitte Büscher die Ergebnisse aus vier Workshops zusammen. So nahm die Veranstaltung „Lernen in Europa - Mobilität in der Ausbildung -Einblicke und Ausblicke“ viele Facetten von Auslandsaufenthalten während der Ausbildung unter die Lupe. Überragend war die Sammlung an Höhepunkten: „Unsere Zeit war sehr dicht verplant“, erinnerte sich Julia Grebing, dafür habe sie unzählige neue Eindrücke mitgenommen. Die Heilbronner Fremdsprachenschülerin ist sich jetzt sicher, dass sie nach ihrem Abschluss als Europasekretärin ein Auslandspraktikum anschließen wird.

Gleich geht es in die Arbeitsgruppen
Austausch,
Erfolge, Hürden, Fremdsein - zu vielen Themen sammelten Stipendiaten beim Mobilitätstag Eindrücke
Gemeinschaft,
Beindruckende Rückmeldungen kamen aus aller Herren Länder
voneinander lernen.
Anstrengend, aber interessant -so das Fazit der Heilbronner Teilnehmer am Mobilitätstag
Wieder verreisen?

Abtauchen im Sprachbad
„Man verliert die Angst, einfach drauflos zu reden“, stellte die angehende Fremdsprachenkorrespondentin Rebecca Sonnenberg fest. Eine Erfahrung, die Stipendiaten von Finnland bis Griechenland teilen. Manche träumten schon nach zwei Wochen auf Spanisch,  andere brauchten, je nach Vorkenntnissen, auch noch nach vier Wochen „Hände und Füße“, um sich verständlich zu machen. Für ihre Heilbronner Schüler sei der dreiwöchige Sprach- und Kulturkurs in Paris, London oder Madrid „ein Sprachbad“, das immerhin ein Gefühl für das fremde Land vermittle, findet Mireille Adam – und dafür, wie es sich anfühlt, als Fremde unter Fremden zu leben. In einer Londoner Gastfamilie fühlte sich Bianca Bernert gut und freundlich aufgenommen – wie die meisten ihrer Kollegen. Von Vorbehalten gegenüber Deutschen berichteten manche Stipendiaten, aber auch von einer Annäherung, die allmählich im alltäglichen Umgang miteinander Platz greife: „Die Engländer sind gar nicht so unfreundlich, wie ich immer dachte“, war eine Erkenntnis aus der Workshop-Runde oder „man erfährt enorme Hilfsbereitschaft, wenn man darauf angewiesen ist.“

Sprache, Land, Leute
Anstrengende, erfüllte und durch jede Menge sprachlicher Abenteuer gewürzte drei Wochen haben Corinna John und Elisa Schneider in Paris erlebt. Sie kamen so begeistert zurück, dass sie sich gleich für einen weiteren Leonardo-Austausch in Madrid beworben haben. „Es ist aufregend, in einer fremden Großstadt auf sich gestellt zu sein, total beeindruckend“, sagen die beiden Anfang-Zwanziger. „Das kann auch ganz schön teuer werden“, schmunzeln die beiden, und Gastfamilien seien immer eine Überraschung.

Offensive Kontaktsuche
Damit die Auswahl an Firmenadressen, die Stipendiaten aufnehmen, wächst, beschlossen die Begleitpersonen am Rande des Leonardo-Kongresses, sich darüber intensiver auszutauschen. „Eine sehr fruchtbare, motivierende Gesprächsrunde“, fand Leonardo-Begleiterin Mireille Adam von der Fremdsprachenschule Heilbronn. Ein dickes Danke der StipendiatInnen und der Betreuer an die NA nahmen die Organisatoren ebenso an wie die Kritik am großen bürokratischen Aufwand bei der Bewerbung. Und auch den großen Konsens der jungen Auslands-Begeisterten: Alle sind mit dem Gefühl heimgekehrt, nicht nur für und über sich selbst viel gelernt zu haben, sondern auch mit der Erkenntnis: „Wir sind auch Botschafter unseres Landes“.


Teamgeist braucht Herz und Verstand

Thommy Engel: Zielefindung in der Gruppe
Trainer Thommy Engel.

Bauklötze stapeln
Als der erste Baustein umfällt, ist klar: Da muss man nicht nur an einem Strang ziehen, sondern auch miteinander reden. Sich absprechen. Sich an die vereinbarten Regeln halten. Das Spiel macht Spaß, stellten die Schüler/-innen der Fremdsprachenschule an ihrem gemeinsamen Einführungstag fest. Über einen an vielen Schnüren befestigten Kran mussten sie in Teamarbeit Bauklötze zu einem Turm stapeln. „Das schaffen Sie nur, wenn Sie ganz genau aufeinander achten“, weiß Organisationsentwickler und Trainer Thommy Engel aus Erfahrung.

Erwartungen formulieren
Sein Thema am Seminartag für die neuen Fremdsprachenschüler/-innen: Eigene und Gruppenziele definieren, die durch die gemeinsamen zwei oder drei Schuljahre tragen sollen. Dass man dabei auch Widerständen auf die Schliche kommt, die den persönlichen Erwartungen entgegenstehen, fanden einige überraschend. Hilfreich nannten andere, diese wichtige Frage unter professioneller Anleitung zu lösen.

Eglischlehrerin Jannet Degener übt Martin Luther King
Eine Gruppe der Fremdsprachenschule inszeniert einen Text
Nadine Lepoitevin (li.) erklärt deutsch-französisch, Jannet Degener auf Englisch
Nur nicht den Faden verlieren
Gruppenarbeit im Freien
Teamwork am Kran im Seminarraum


Zusammenarbeiten
„Mir hat die Teamarbeit gut gefallen“, spricht Virginie Temgoua für viele ihrer Mitschüler/-innen, „Die Zusammenarbeit fand ich super“. Damit das so bleibt, haben sich die künftigen Wirtschaftskorrespondent/-innen und Europasekretär/-innen darauf geeinigt, sich gegenseitig mit Respekt zu begegnen, ihren Humor nicht zu verlieren und sich in Toleranz und Hilfsbereitschaft zu üben.

Lernen von Schauspielerin
Darum, wie man sich in einer Gruppe artikuliert, aber auch, wie man in der Gemeinschaft anderen begegnet, ging es im zweiten Workshop, den alle Schüler/-innen beim Einführungsseminar durchliefen. Erprobt ist am Kolping-Bildungszentrum die Arbeit mit literarischen Texten, eine alte Bekannte für viele Lehrerinnen mittlerweile die New Yorker Schauspielerin Sybil Lines. Jacques Préverts Gedicht „Déjeuner du matin » sprachen die Schülergruppen unter ihrer Anleitung mit verteilten Rollen, in Deutsch und Französisch, mit szenischer Darstellung und unter einer selbst gezimmerten Regie.

Maßarbeit beim Turmbau-Team der Fremdsprachenschule
Text-Training mit Schauspielerin Sybil Lines (li.)
Das gemeinsame Projekt fest im Blick
Französische Dichtung mit verteilten Rollen vortragen braucht etwas Übung
Spaß beim Strippenziehen
Feedbackrunde mit Thommy Engel: Was hat der Seminartag der Fremdsprachenschule gebracht?


"I have a dream"
Die Dozentinnen Jannet Degener, Nadine Lepoitevin und Barbara Pröll studierten mit ihrer Gruppe einen choreografierten Vortrag der Martin-Luther-King-Rede „I have a dream“ ein – um gleich darauf auf der Bühne zu stehen: Die gemeinsame Performance vor Publikum zum Abschluss des Seminartags war Höhepunkt des Workshoptags. „Eine gute Erfahrung“, waren sich die Schüler/-innen einig. Gut um einander kennenzulernen, gut um die Scheu vor dem Reden in einer Gruppe abzulegen, gut um sich im Klassenverband zurechtzufinden und zu begreifen: Um von meinem Team zu profitieren, muss ich mich selber einbringen.


Hier muss sich niemand verstecken

Bewerbungstraining mit Thommy Engel
Zwei Tage lang haben sich SchülerInnen der Fremdsprachenschule im Kolping-Bildungszentrum Heilbronn damit beschäftigt, wie sie im kommenden Herbst das unbekannte Gelände „Arbeitsmarkt“ erobern werden. An den Seminartagen in der Bahnhofstraße gab Trainer Thommy Engel den künftigen EuropasekretärInnen und fremdsprachlichen WirtschaftskorrespondentInnen Tipps und Ideen, wie sie die scheinbar hohe Hürde zum ersten Job nehmen. Er machte ihnen Mut, Fähigkeiten, die sie in Vereinsarbeit, Ehrenamt oder Ferienjob erwerben, zu benennen.

Gegenseitige Interviews helfen, die eigenen Stärken zu entdecken.
Teamarbeit und
Trainer Thommy Engel (Mitte) mischt sich ein.
Rollenspiele helfen,
Jeder ist mal Chef im Rollenspiel "Bewerbungsgespräch".
die eigenen Stärken
Persönliche Tipps holten sich die SeminarteilnehmerInnen in den Pausen bei Thommy Engel.
zu finden. Fotos:kbw

Selbst- und Fremdeinschätzung
Was kann ich gut? Welche Eigenschaften zeichnen mich aus? Welche Fähigkeiten will ich mir noch aneigenen? Antworten auf diese Fragen gaben sich die SchülerInnen selbst in Kleingruppen. In einem mit wechselnden Rollen durchgespielten Bewerbungsgespräch nahm jeder jede Perspektive ein. "Das hat sehr viel gebracht, sich selbst einmal aus der Chefsicht zu betrachten", findet Gazme Canakci. Selbst- und Fremdwahrnehmung in dieser Form zu testen, gebe viel Aufschluss darüber, wo man noch an sich arbeiten müsse.

Stärken und Schwächen
„Bewerbungsunterlagen zusammenstellen kann man überall lernen“, erklärt Engel, der als freier Organisationsentwickler unter anderem für die Automobilindustrie arbeitet. In der Fremdsprachenschule machte er die jungen Leute damit vertraut, was potenzielle Arbeitgeber über sie wissen wollen. "Überlegt Euch auch, welche Position im Betrieb ihr später noch anstreben würdet", gab er den SchülerInnen mit auf den Weg.Und: Beim Erstellen des eigenen Stärken-Schwächen-Profils zähle alles - "auch, wenn Sie schon jahrelang in einem Chor singen".


Heute hier, morgen dort: Europasekretäre sind Weltentdecker

Konstantin Göller: Europasekretär im Auswärtigen Amt
Konstantin Göller sieht sich auf der Welt um. Foto: Gast-Prior/ kbw

Von Heilbronn nach Berlin
Eine E-mail, in der er mit „Sehr geehrte Frau Göller“ angeredet wird, kommt Konstantin Göller schon ab und an auf den Bildschirm. Und auch, dass Besucher kurz zweimal hinsehen, wenn ihnen im Vorzimmer ein Herr entgegen lächelt, passiert hin und wieder. „Ich selbst empfinde es aber nicht so ungewöhnlich, dass ich als Mann da sitze“, sagt der 24-Jährige. Auch in seiner Klasse in der Fremdsprachenschule des Kolping-Bildungszentrums war der staatlich geprüfte Europasekretär längst nicht Hahn im Korb: „Wir hatten acht Jungs in der Klasse“, erinnert er sich an seine Zeit in Heilbronn. Inzwischen ist Konstantin Göller Berliner. Sein Arbeitsplatz: Das Auswärtige Amt.

Chef: Guido Westerwelle
Wie im Behördendeutsch üblich, gibt es für die Tätigkeit im Vorzimmer-, Schreib- und Telefondienst eine Abkürzung: VST-Dienst heißt die Arbeit, die Göller in der Abteilung für Kultur und Kommunikation verrichtet. Klassische Sekretariatsaufgaben wie Termin- und Reiseplanung für den Referatsleiter gehören dazu, Schreibarbeiten,  telefonieren. „Mein oberster Chef ist Außenminister Guido Westerwelle“, erklärt Göller zur Hierarchie in der Behörde. Obwohl sich der junge Mann nicht als Kulturfan bezeichnet, liegt ihm der Aufgabenbereich. Ein Fußballturnier von Frauen aus Bahrein hat er kürzlich im Sekretariat begleitet, beim Vorbereiten von Sport- oder Musikveranstaltungen nutzt seine Abteilung zum Beispiel Kontakte zum Goethe-Institut. Und gleich zu Beginn seiner Tätigkeit hatte der Ex-Vereinsfußballer Gelegenheit, beim internationalen Diplomatenpokal mitzuspielen. In Bratislava. „Das war eine tolle Erfahrung“, erzählt er – und freut sich schon auf seinen ersten Auslandseinsatz.

Aufbruchstimmung
Spätestens im Februar 2013 tritt er eine neue Stelle an. Noch ist ungewiss, wohin die Reise geht. Interesse hat Göller an Sao Paulo, Damaskus und generell an Afrika. „Als kleines Kind habe ich schon in Zaire gelebt“, sagt der junge Mann und vermutet, in der heutigen Demokratischen Republik Kongo würde er sich nicht fremd fühlen. In der Regel wechsle man alle drei bis vier Jahre den Arbeitsplatz, erklärt Göller. Die Gegenleistung dafür, dass die Mitarbeiter uneingeschränkt versetzungswillig sind, ist die unbefristete Anstellung. Solange er ungebunden ist, kann sich der junge Mann gut vorstellen, so zu leben. „Wenn man mal Familie hat, wird es schwieriger“, weiß er von Kollegen. Bezahlt werde man nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Je nachdem, ob man im Gastland europäischen Standard antreffe oder in Krisengebieten lebe, würden die Gehälter angeglichen.

Trockenübung war gestern
„Keine große Umstellung“ bedeutete für den Schwäbisch Haller der Umzug in die Hauptstadt: „Berlin kenne ich schon gut“, sagt Göller,  „ich wohne in einer Wohngemeinschaft und habe 20 Minuten mit dem Rad zur Arbeit“.
Schon in der Schule waren Sprachen seine Stärke. Nach dem Berufsabschluss in Heilbronn absolvierte er über das Kolping-Bildungszentrum ein EU-gefördertes Praktikum in Barcelona: „Ein halbes Jahr rauskommen und nach den Trockenübungen in der Schule Spanisch im Alltag zu lernen, bringt echt viel“, sagt er.

Zwei Tage Tests
Klar, dass er im Auswahlverfahren im Auswärtigen Amt für eine Konversationsprüfung Spanisch wählte. Zwei Tage dauerten die Tests. Allgemeinwissen und Sprache wurde geprüft, im engeren Verfahren gab es ein Bewerbungsgespräch vor einer Kommission, ein Einzelgespräch mit einem Psychologen oder Rollenspiele. Göller hat es geschafft und ein Ziel erreicht, von dem viele Europasekretäre träumen. Jetzt ist er bereit, die Welt zu entdecken.


In Madrid: Mit der fremden Sprache leben

Premiere
Acht Schülerinnen, zwei Lehrerinnen, drei Wochen Madrid: Den nüchternen Eckdaten einer Studienreise sieht niemand an, dass sie besonders war – eine Premiere. Denn erstmals haben das Kolping-Bildungswerk und seine Europa-Experten erreicht, dass sie neben dem Studienfahrten-Ziel London nun auch einen Madrid-Aufenthalt anbieten können und dass über das europäische Austauschprogramm Leonardo da Vinci Zuschüsse fließen.
Kooperation
Außerdem verreiste erstmals eine gemischte Kolping-Gruppe: Je acht Schülerinnen der Fremdsprachenschule in Heilbronn und der Vorbeck-Schule in Gengenbach  haben zusammengefunden und sich als Team bewährt: „Die Schülerinnen haben gut harmoniert“, findet Vorbeck-Schulleiterin Christine Jonientz-Brauner, die die Kooperation im nächsten Jahr fortführen will. Darin ist sie sich mit Helena Strümann, Fremdsprachenschulleiterin in Heilbronn einig. Als Initiatorin der Studienreisen, die auch mit dem Ziel London angeboten werden, strebt sie künftig schon im Vorfeld eine engere Zusammenarbeit an. Beide Schulleiterinnen freuen sich, dass für die nächsten drei Jahre die Zuschüsse für den Austausch gesichert sind.
Foro Economía
Das Foro de Economíia hat sich als exzellente Partnerschule erwiesen. Der Kontakt zu der Bildungseinrichtung entstand über die Beziehungen des Kolping-Bildungswerks in die Deutsche Handelskammer in Madrid. Ihren  theoretischen Unterricht erhielten die Kolping-Teilnehmerinnen im Wirtschafts-Forum im Herzen der Stadt. Kaufmännisches Spanisch, Kommunikation, Marketing, Präsentation, aber auch Landeskunde, Politik oder Wirtschaftsrecht füllten den dichten Stundenplan. „Die Unterrichtsinhalte, ausschließlich auf Spanisch vermittelt, waren dem Leistungsstand unserer Schülerinnen angemessen“, findet Lehrerin Patricia Neher, die die Schülerinnen schon bei den Reisevorbereitungen zusammen mit ihrer Heilbronner Kollegin Renate Mohn betreut hatte.
Angstfrei
Den Sprachgebrauch im Geschäftsleben übten die Schülerinnen unter anderem in Rollenspielen oder in fingierten Gesprächen sowie bei Interviews, die sie vor Ort zu betriebswirtschaftlichen Aufgaben führten.„Ich habe vor allem die Angst vor dem Sprechen verloren“, sagt Fremdsprachenschülerin Maike Heidchen, „Beim Telefontraining blieb nicht viel Zeit zum Überlegen, wie man was am besten ausdrückt. So wird das auch im Berufsleben sein.“
Näher am Praktikum
Die deutsche Gruppe erlebte ausgefüllte Tage: Unterricht bis 14 Uhr, danach Exkursionen oder Firmenbesichtigungen, die weit mehr als das touristische Madrid abdeckten. In die Landessprache – und ihr Tempo – einhören konnten sich die künftigen Europasekretärinnen auch in ihren Gastfamilien. Der Familienanschluss in Privatunterkünften ermöglichten ihnen einen direkten Einblick in den Alltag und in die spanische Kultur.  „Madrid war toll“, schwärmt nicht nur Sophie Braun. Vielen Mitschülerinnen geht es wie ihr: Sie können sich nach dem Spanien-Aufenthalt durchaus vorstellen, auch im Ausland zu arbeiten und ihre Sprachkenntnisse weiter zu vertiefen.


Von wegen Langeweile und Kaffeekochen

(v.l.) Lena Yokota, Julia Borst, Johannes Zeth, Juliane Dietrich, Mona Siegele und Sabrina Sortino.
Würth von innen kennengelernt haben (v.l.) Lena Yokota, Julia Borst, Johannes Zeth, Juliane Dietrich, Mona Siegele und Sabrina Sortino. Foto: Lukas Heckmann/ Würth
Fremdsprachenschülerin Juliane Diertich an ihrem Arbeitsplatz bei Würth
Juliane Dietrich: "Begeistert vom Beruf der Europasekretärin". Foto: Ahlborn/kbw
Sabrina Sortino (li.) und Mona Siegele mit Ihrer Praktikums-Urkunde
Sabrina Sortino (li.) und Mona Siegele können sich gut vorstellen, in einem Unternehmen wie Würth zu arbeiten. Foto: Gast-Prior/kbw

Zum Diktat
Fonodiktate – so was gibt es noch: Sabrina Sortino kennt die Technik, über Kopfhörer Diktiertes niederzuschreiben, aus der Fremdsprachenschule im Kolping-Bildungszentrum Heilbronn. Praktiziert hat es die angehende Europasekretärin während eines dreiwöchigen Praktikums im Weltunternehmen Opens external link in new windowWürth in Künzelsau/ Gaisbach.

In der Konzernzentrale
Zusammen mit fünf weiteren Mitschülern nutzte sie die Kontakte, die Schulleiterin Helena Strümann in der Konzernzentrale geknüpft hatte: Gemeinsam mit Juliane Dietrich lernte Sortino das Sekretariat der Geschäftsleitung kennen, ihre Mitschüler Johannes Zeth und Julia Borst begleiteten ein Sonderprojekt im Marketing und Lena Yakota schnupperte im Sekretariat der Konzernleitung Chefetage-Luft.

Azubi-freundlich
Juliane Dietrich durfte, wie es auch für Würth-Azubis Pflicht ist, einen  Außendienstler auf der so genannten Würth-Ralley begleiten. Seither weiß die 21-Jährige aus Wüstenrot, dass sie für diesen Job nicht geeignet wäre. Trotzdem sind sich die Fremdsprachenschüler einig: „Wir sind beeindruckt, was die alles für Azubis tun.“

Kommunikationsfreudig
Als positive Erfahrung nehmen sie mit, wie gut die Kommunikation im Unternehmen funktioniert. Gewundert und gefreut hat sich Mona Siegele, dass immer wieder auch ihre Meinung gefragt war. Kaffee kochen und langweilen: Das kommt im Rückblick der Praktikanten nicht vor. „Wir hatten jeden Tag Aufgaben“, sagt Sabrina Sortino, „und wenn man mal früher fertig war, gab es Übersetzungen zu fertigen“. Gelernt haben sie und ihre Mitschülerinnen, dass man sich in einem Unternehmen spezielle Softwarekenntnisse aneignen muss, aber auch, dass die Word- und Excel-Grundlagen aus der Schule praxistauglich sind.

Erfolge feiern
Ihr Englisch konnten die Praktikanten ständig anwenden, in Schriftform oder am Telefon. „Englisch ist einfach Standard“, stellten sie fest. Die Begeisterung über ein tolles Arbeitsklima und das Vertrauen eines Unternehmens in seine Mitarbeiter beeindruckte die Kolping-Gruppe: „Da werden Erfolge gefeiert“, gibt Mona Siegele ein Beispiel, wie Motivation entsteht.

Kompliment
Erfolg bestätigte auch Ausbildungsleiter Thomas Wagner dem Fremdsprachen-Team aus Heilbronn: Ein „dickes Lob und Kompliment“ sprach er ihnen in seiner Beurteilung aus. Die Vorbereitung aufs Praktikum hatte Wagner selbst in die Hand genommen: Bei einem Schulbesuch in Heilbronn machte er sich schon vorab ein Bild von den Interessenten.


Europa zu Gast in Heilbronn

Schwäbische Landeskunde gehörte zum Programm der Gäste. Gruppenbild vor dem Heilbronner Rathaus.
Schwäbische Landeskunde gehörte zum Programm der Gäste, hier vor dem Heilbronner Rathaus. Foto: kbw

In der Hauptrolle: Kunst
Fünf Tage lang war die Fremdsprachenschule des Kolping-Bildungszentrums in der Bahnhofstraße Treffpunkt für 14 Vertreter aus Bildungseinrichtungen in Norwegen und Spanien, Litauen und der Türkei. Heilbronns Kulturbürgermeister Harry Mergel hieß die Gäste des Bildungszentrums in der guten Stube der Stadt willkommen: Kunst und Literatur seien in der Käthchenstadt zuhause, erklärte er mit Verweis auf „Kathy of Heilbronn“ und stellte den Besuchern die Käthchenstadt vor. „Art and literature“ spielten während des Studienaufenthalts im Rahmen des Grundtvig-Projekts Opens external link in new window„Artistic Activities in Learning Languages“ eine Hauptrolle.

Kreativ im Unterricht
Das Projekt wird aus Mitteln des Europa-Programms für lebenslanges Lernen gefördert. Die Lernpartnerschaft ist auf zwei Jahre angelegt und sieht Treffen in allen fünf Teilnehmer-Ländern vor. Ihr Ziel: unterschiedliche kreative Techniken in den Fremdsprachenunterricht einfließen zu lassen und neue didaktische Methoden zur Sprachenvermittlung zu finden.

Heilbronns Kulturbürgermeister Harry Mergel begrüßt die europäischen Gäste im Rathaus
Die Kolping-Gäste vor dem Theodor-Heuss-Porträt im Heilbronner Ratssaal
Smalltalk im Rathaus
Europäische Kommunikation am Mittagstisch
Sybil Lines (re.) lässt Shakespeare sprechen
Manuel Fernández stellt das Projekt des Erwachsenen-Bildungszentrums El Fontán vor


Die Angst nehmen
Das Projekt des jeweiligen Gastgeberlandes steht im Mittelpunkt jedes Treffens. Die Kolping-Fremdsprachenschule arbeitet seit dem vergangenen Schuljahr mit der New Yorker Schauspielerin Sybil Lines, die Lernenden mit praktischen Übungen aus der Schauspielerei die Angst nimmt, sich in einer fremden Sprache zu artikulieren. „Es gelingt den Schülern, in eine andere Haut zu schlüpfen“, berichteten Sybil Lines und Diplom-Sprecherzieher Florian Ahlborn im Plenum von ihrer Arbeit mit verschiedenen Klassen

Den Blickwinkel ändern
In der Workshop-Runde, die Sybil Lines mit ansteckendem Elan leitete, wurden Lehrer zu Lernenden, die die Methode erprobten: Anhand von Shakespeare-Texten drücken die Teilnehmer Emotionen aus, die Wort-Bedeutung ist zunächst zweitrangig. „Die Kunst hilft uns, einen anderen Blickwinkel einzunehmen“, erklärte Lines. Dies sei die beste Voraussetzung, um sich in einer Gruppe sicher zu fühlen  - und zu sprechen. 

Workshopteilnehmer
Torger Tvedten von der norwegischen Bildungseinrichtung für Einwanderer in Stord
Dozentin Sybil Lines (Mitte) wechselte auch in die Zuhörerreihen
Torger Tvedten stellt das norwegische Song-Projekt vor
Die spanischen Teilnehmer folgen den Präsentationen
Jurgita Baniene, Litauen, lässt Englisch-Schüler Skulpturen fertigen


Lernen darf Spaß machen
Die Botschaft „Lernen darf Spaß machen“ brachten auch die ausländischen Teilnehmer mit. Für die norwegische Gruppe referierten Torger Tvedten und Marit Tjessem. Sie unterrichten Immigranten aus aller Welt in  Norwegisch als Fremdsprache und nutzen unter anderem das gemeinsame Singen als Mittel des Spracherwerbs. Die litauische Pädagogin Jurgita Baniene bringt zusammen mit ihrer Kunst-Kollegin Ruta Pelegrimiene Erwachsenen aus unterschiedlichen Berufen beim Erarbeiten bildhauerischer Fertigkeiten Englisch bei. Für die spanische Delegation erklärte Manuel Fernández, wie die Schüler am Zentrum für Erwachsenenbildung in Oviedo englischsprachige Opens external link in new windowInternet-Präsentationen erarbeiten. Die türkischen Teilnehmer führen alle Workshop-Ergebnisse auf einer Internet-Seite zusammen.

Jedes Teilnehmer-Land stellt seinen Projektstatus vor
Fotos: kbw
Ursula Grandi referiert: "Modern British literature under the focus of multi-culture" Literatur
Janet Degener gibt eine Literatur-Kostprobe
Fremdsprachen-Schulleiterin Helena Strümann (li.) nimmt Gastgeschenke entgegen
Sybil Lines und Florian Ahlborn präsentieren das Shakespeare-Projekt der Kolping-Fremdsprachenschule

Atmosphärisch gut
Bei so viel didaktischer Kost hatte die bunt gemischte Besuchergruppe auch schwäbische Kultur und Spezialitäten  kennengelernt und genossen. In Stuttgart lernten sie bei einem kurzweiligen Vortrag im Haus der Geschichte viel über den Wirtschaftstandort Baden-Württemberg. Den Stadtrundgang durch Heilbronn begleiteten Kolping-Fremdsprachenschüler – eine praktische Englisch-Übung, die allen Spaß machte.

Mit Literatur lernen
Sprachen lernen heißt immer auch, etwas über das Leben zu lernen. Mit diesem Anspruch unterrichtet die Heilbronner Pädagogin Ursula Grandi englische Literatur. Beim transnationalen Treffen im Kolping-Bildungszentrum gab sie den Teilnehmern Anregungen für moderne englischsprachige Literatur im Sprachunterricht. Was emotional berührt, regt zur Auseinandersetzung mit Lebensfragen an, so Grandis These. Ihr Film-Tipp für den Unterricht: „Ae fond Kiss“ von Ken Loach. kbw

Info: Auch Ingrid Weiß vom Heilbronner Bildungszentrum ist  europäisch unterwegs: Den Bildungabedarf von Menschen über 50 ermittelt das Projekt NewGen50+: Opens external link in new windowWeiß war in Finnland.
Das Kolping-Bildungswerk Württemberg e. V. koordiniert Partnerschaften in vielen weiteren Opens external link in new windowEuropaprojekten



The Kolping Tea Party

Verführerisch: die Einladung

Stilecht
Was rosa Organzatischdecken, Blümchen-Serviertten, Sandwich-Buffet und Earl-Grey-Duft nicht aus einem nüchternen Klassenzimmer machen können. Sogar SchülerInnen und Lehrerinnen der Klasse FWK 1, die selbst diese Verwandlung gezaubert hatten, waren zufrieden mit dem Ergebnis ihrer gemütlichen Info-Veranstaltung „It’s Tea Time“.
Landeskunde hautnah
Eine englische Tee-Zeremonie bildete den Rahmen für eine Präsentation, bei der Schülerinnen anhand unterschiedlicher Themen referierten, was sie bei ihrem Studienaufenthalt in London erarbeitet haben. Kurzweilig empfanden die Gäste aus Schul- und Institutsleitung und Verwaltung des Bildungszentrums sowie die daheimgebliebenen MitschülerInnen das Themenspektrum: Den Tourismus als Haupteinnahmequelle Londons beleuchtete Eleni Anastassos. Nathaly Belz hatte sich über Theorie und Auswirkungen von Motivation Gedanken gemacht und Bianca Bernett stellte das Natural History Museum als modernen Lernort und ein Muss für London-Besucher vor.

London-Collage
Romana (li.) und Eleni betrachten Scones
Tee-Gäste
Eleni Anastassos trägt vor


Lernpartner

Alle neun SchülerInnen, die den Professional Development Course des European College of Business and Mangement (ECBM) besucht hatten, schlossen ihren dreiwöchigen Studienaufenthalt mit einer Abschlussarbeit ab.  Sehr effektiv finden nicht nur die begleitenden Lehrerinnen, Diana Dürr-Fingerhuth und Barbara Pröll, den Wechsel zwischen theoretischem Unterricht, Landeskunde und Exkursionen beim Kolping-Bildungspartner in der britischen Hauptstadt.
Hinter der Fassade
„Zum Beispiel der Besuch in den Docklands, den Hafenanlagen an der Themse, ist total Touristen-unüblich“, nennt Verena Lasar ein Beispiel, warum ihr der London-Aufenthalt gefallen hat. In den Kursen habe man viel über die Stadt und die Wirtschaft in Großbritannien gelernt, in den Gastfamilien ging es darum, sich in der Fremdsprache zunehmend sicher zu fühlen. Eine von SchülerInnen gefertigte Fotomontage hält viele Eindrücke fest.

Rundum auf Teatime eingestellt
Klassenzimmer als Salon
Gepflegte Atmosphäre nach dem Unterricht
Englischlehrerin Diana Dürr-Fingerhut


Nachhaltig
Ihr Fachwissen in Sachen Tee perfektionierten die SchülerInnen allerdings auch erst bei der Teatime im heimischen Klassenzimmer: Von Barbara Pröll lernten sie, wie das typische Teegebäck Scones hergestellt wird, warum der Nachmittagstee am Couchtisch low tea und der Abendbrottee aum Esstisch high tea heißt oder dass die Dame des Hauses in früheren Zeiten den Schlüssel zur Teekiste bewachte. „Etwas Nachhaltiges“ hatte sich Ilona Bräuninger, Leiterin des Bildungszentrums, vom London-Aufenthalt gewünscht. Das Fazit nach Truthahn-Schnittchen und clotted-cream-Keksen war eindeutig: Die SchülerInnen haben nicht nur ihre Englisch-Kenntnisse und ihr Kulturwissen über den Inselstaat verbessert, sondern auch bleibende Erinnerungen mitgebracht – und zu Teil den Wunsch, bald zu einem Auslandspraktikum aufzubrechen.

Info: Die Auslandsaufenthalte, die die Fremdsprachenschule ihren SchülerInnen anbietet, werden gefördert durch das europäische Programm Leonardo da Vinci Mobilität. Das Angebot des Heilbronner Bildungszentrums ist zertifiziert, deshalb sind Fördermittel bis 2013 gesichert.


Bachelor-Info aus erster Hand

Richard Bills und Evi Gugel
Richard Bills (London) und Evi Gugel (Stuttgart) begleiten Bachelor-Studenten. Foto: kbw

Richard Bills erklärte auf sympathische Art so lange, bis jede und jeder „happy“ ist: Auf Englisch stellte der Direktor des European College of Business and Management (ECBM),  London, den Aufbaustudiengang zum Bachelor of Arts (Hons) in Business and Management vor.

Kooperation
Das Studium steht zum Beispiel EuropasekretärInnen aus den Kolping-Fremdsprachenschulen offen. Das Kolping-Bildungswerk kooperiert mit dem ECBM. Seit den 80er Jahren ist das College Ausbildungspartner für deutsche Großunternehmen, Banken sowie Industrie- und Handelskammern.

University of Wales
Gerne ist Richard Bills in diesem Frühjahr wieder persönlich nach Heilbronn gekommen, wo er vor drei Jahren das Aufbaustudium einführte. Über 60 Absolventen haben seither den Bachelor-Abschluss erworben. Unterrichtet und geprüft wird nach den Regeln der University of Wales in Newport, die die Standards für den Bachelor-Studiengang am ECBM festlegt und kontrolliert. Interviews mit den BewerberInnen geben im Vorfeld ein Bild über deren Eignung. Die Universität von Wales erkennt die Kolping-Fremdsprachenausbildung an: „Wir schätzen die hohe Qualifikation, mit der deutsche Bildungseinrichtungen ihre Absolventen entlassen“, sagt Bills, seit vielen Jahren ein Kenner des deutschen Bildungssystems. Es biete eine solide Grundlage für den verkürzten Aufbaustudiengang.

Präsenzunterricht
Unterrichtsort für das 16-monatige, berufsbegleitende Bachelor-Studium ist aufgrund der günstigen Verkehrslage Stuttgart. Dozenten des ECBM erteilen dort in englischer Sprache den Wochenend-Präsenzunterricht. Finanz-Management, Marketing, Business-Planung oder Management-Strategien stehen auf dem modularen Stundenplan. Gelernt wird mit Unterstützung des Internet, wo den Studenten eine online-Bücherei und eine Kommunikationsplattform zur Verfügung stehen.

Wirtschaftswissen
Fragen zu Prüfungsterminen und Unterrichtsmodulen beantwortete Bills in Heilbronn. Für Damaris Böttger aus Künzelsau hat das Studium den besonderen Reiz, dass sie ihren Sprachkenntnissen ein vertieftes Wirtschaftswissen hinzufügen könnte. „Ich bin ernsthaft interessiert“, sagte die 23-Jährige. Gut informiert kam auch Ines Pitthan aus Weinheim zum Infoabend nach Heilbronn – „weil ich das Bachelor-Programm der ECBM am interessantesten fand“, sagt die Fremdsprachensekretärin, die sich derzeit betriebswirtschaftlich fortbildet.


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Mittwoch, 8. Februar 2012
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