Wie sieht Deutschlands Zukunft aus? Beim Medienwettbewerb „Deutschland 2020: Geschrumpft?!“ der Jugendpresse Deutschland waren Visionen gefragt. Vier Azubis vom Mühlenladen des Kolping-Bildungszentrums Ellwangen kamen zu dem Schluss: Man kann die Zukunft nur gestalten, wenn man die Vergangenheit kennt. Sie begaben sich auf eine Zeitreise und drehten darüber ein Video. Dafür bekamen sie einen 2. Preis und wurden zur Preisverleihung nach Berlin eingeladen.
Vier Stationen hat die Zeitreise von Stefanie Blum (17), Anja Berroth (17), Jennifer Balzer (17) und Tobias Hamm (18). „Wir haben uns gefragt: wie lebten die Familien früher und wie leben sie heute“, erläutert Jennifer das Konzept. In kurzen, selbst gespielten Szenen skizzieren die vier Azubis den Wandel im Familienleben. Im Jahre 1414 hielten die Familien noch eng zusammen. Die Industrielle Revolution des 19. Jahrhunderts griff die traditionellen Bindungen an. Heute – 2008 – herrscht Vereinzelung: der Vater ist bei der Arbeit, die Mutter ist auch berufstätig, die Tochter kocht sich ihr Mittagessen alleine und die Oma lebt im Altersheim. Und morgen? Dazu wurden Passanten in der Ellwanger Innenstadt befragt.
Die Infos für den historischen Teil besorgte sich Tobias aus dem Internet. Diplom-Sozialpädagogin Eva-Maria Schulz (23) half , die Fülle der google-Einträge zu sichten und daraus ein Drehbuch zu machen. Die Idee an dem Medienwettbewerb teilzunehmen, stammte von Diplom-Sozialpädagogin Katja Müller (Maßnahmeleitung REHA – Ausbildung). Damit die Szenen authentisch wirken, fuhr das Team extra nach Dinkelsbühl. „Dort gibt es noch Häuser wie im Mittelalter“, erzählt Anja. Die „Fabrik“ der Industrialisierung verlegten die Akteure kurzerhand in den gewölbten Keller der Stadtmühle. Um die nötigen Arbeitsgeräusche erzeugen zu können, liehen sie sich aus der Metallwerkstatt Amboss und Hammer aus.
Die Dramaturgie des Videos ist so einfach wie effektiv. Die nachgestellten Szenen wechseln mit schlichten Textblöcken, die Zahlen und Fakten über die jeweilige Epoche transportieren. Für die Zukunft haben die Jugendlichen sich Gedanken gemacht und sogar Lösungen gefunden: „Jung hilft Alt“ wäre ein Weg aus der demografischen Klemme.
Ganze sechs Wochen hatte das Team Zeit, um seinen Wettbewerbsbeitrag zu verfassen. Nach den Faschingsferien Mitte Februar ging’s los, Abgabetermin war der 31. März. „Einen Tag vor Einsendeschluss ging das Video per Post nach Berlin ab“, sagt Eva-Maria Schulz. Dann begann das Warten. „Jeden Tag hat einer nachgefragt“, erinnert sich die Sozialpädagogin. „Ende April stand dann fest: Wir gehören zu den besten drei Teilnehmern.“


