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Bildungszentrum Rottenburg
Bildungszentrum Rottenburg
Montag, 23.11.2015 14:33  – 

Landtagsabgeordnete Haller-Haid gibt Unterricht


Aus Anlass des Tages der Freien Schulen in Baden-Württemberg besuchte die SPD-Landtagsabgeordnete Rita Haller-Haid am Freitag, 20.11.2015 unser Kolping-Bildungszentrum in Rottenburg, um sich ein Bild von der Arbeit unserer Privatschule zu machen.

Frau Haller-Haid hatte sich sofort bereit erklärt, eine Unterrichtsstunde in den beiden Berufsoberschulklassen zu halten. Aus aktuellem Anlass lautete das Thema der Stunde "Kann Bildung einer Radikalisierung von Menschen vorbeugen?" Frau Haller-Haid sitzt im NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags und konnte vor diesem Hintergrund einige erhellende Fakten zum Thema Extremismus einbringen. Zunächst ging es um eine Begriffsklärung: "Was ist Extremismus und welche Formen gibt es?" Extremisten versuchen unter Missachtung gängiger Normen und Gesetze ihre Ziele - oft mit Gewalt - durchzusetzen. Die Schülerinnen und Schüler beteiligeten sich sehr aufgeschlossen und mit vielen interessanten Gedanken an der Diskussion, wozu sie Frau Haller-Haid immer wieder ermunterte.

Weiter ging es mit der Frage, wie der Staat gegen Extremismus vorgehen könne. Verbote von Organisationen - und vor allem von Parteien wie der NPD - sind nicht so einfach, wie Geschichtslehrer Kellermann erläuterte. Der Verfassungsschutz beobachte zunächst extremistische Gruppen, auch mit Hilfe von V-Leuten. Bei sehr stark abgeschotteten Gruppen wie den Salafisten sei dies aber sehr schwierig. Haller-Haid betonte, dass ihrer Meinung nach die Vorbeugung im Mittelpunkt stehen müsse. Also durch Aufklärung in den Schulen besipielsweise. So empfahl sie dem Kolping Bildungszentrum, geschultes Personal des Verfassungsschutzes an die Schule einzuladen. Es sei auch wichtig, dass Sozialarbeiter oder verschiedene gesellschaftliche Gruppen auf Problemkids zugehen, bevor diese abgleiten. Auf der politischen Ebene sei es enorm wichtig, gegen Arbeitslosigkeit und Ghettobildungen vorzugehen, damit gefährdete Menschen nicht den Halt verlieren. Denn oft radikalisierten sich Menschen, wenn sie das Gefüfhl der Ohnmacht, Minderwertigkeit und Ausgegrenzheit bekämen.

 

Einige Schüler wünschten sich für die Zukunft mehr Freiraum im Lehrplan, um über persönliche Dinge oder auch über wichtige Veränderungen der Gesellschaft - wie den aktuell aufflammenden islamistischen Extremismus - zu diskutieren. Projekttage wurden vorgeschlagen. Die Schulleitung würde sich diesen Wünschen nicht verschließen, unterstützte Herbert Schwarz die Ideen der Schüler.

 

Rita Haller-Haid gefiel die Rolle als Lehrerin recht gut und bekam von Schulleiter Dr. Hau Komplimente für die gelungene Unterrichtsstunde. Anschließend erkundigte sich die Abgeordnete bei Butterbrezeln und Kaffee über die Probleme an der Privatschule. Dr. Hau nannte die mangelhafte Finanzierung durch das Land; Privatschulen bekämen immer noch nicht den Zuschuss von 80% der realen Kosten, die Schüler an staatlichen Schulen verursachen. Ein großes Problem sei aktuell der Mangel an Lehrern mit 2. Staatsexamen in bestimmten Fächern wie Fototechnik oder Medientechnik, wo es überhaupt keine Lehrerausbildung gibt. Dennoch verlangt das Regierungspräsidium bei er Anerkennung einer Schulart, dass mindestens zwei Drittel der Lehrer sogenannte "Erfüller" sind. Und eine Nachqualifizierung von Lehrern in diesen Mangelfächern wird den Privatschulen verwehrt, denn es werden nur Nachqualifizierungen genehmigt, die Mangelfächer an staatlichen Schulen sind.

Bericht: Herbert Schwarz
23.11.2015

 

 

 


Spaß am Unterrichten: Rita Haller-Haid (SPD)

Das Thema war jedoch ein Ernstes

Abschlussfoto im Schulfoyer (vlnr: Schwarz, Matzka, Haller-Haid, Schmidt, Glitzenhirn, Dr. Hau