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Internationaler Tag zum Thema „Nein gegen Gewalt an Frauen“

 

Schülerinnen und Schüler des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums des Kolping-Bildungszentrums Heilbronn werden exklusiv zu Diakonie-Vortrag eingeladen

 

An einer exklusiven Einladung konnten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 11 und 12 des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums des Kolping Bildungszentrums Heilbronn teilnehmen: Am internationalen Tag zum Thema „Nein gegen Gewalt an Frauen“ wurden sie am 25. November 2016 von der „Beratungsstelle für Frauen“ der Diakonie Heilbronn zu einem Seminar in das Komödienhaus eingeladen. Im Rahmen dieser Veranstaltung nahmen sie anschließend zudem an der Fahnenhissung teil, die der Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel als „Zeichen gegen Gewalt an Mädchen und Frauen“ vornahm. Initiiert wurde die Aktion von der internationalen Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes.

 

Verschiedene Formen der häuslichen Gewalt gebe es, erklärten Alexandra Gutmann und Jasmin Krauss, die im Rahmen der Präventionsarbeit der „Beratungsstelle für Frauen“ bei der Diakonie tätig sind: So wären vor allem Frauen von physischer, sexueller, ökonomischer, psychischer und/oder sozialer Gewalt betroffen. „Jede vierte Frau im Alter zwischen 16 und 85 Jahren hat mindestens einmal in ihrem Leben häusliche Gewalt in Familie oder Partnerschaft erlebt“, berichtet Jasmin Krauss den Schülerinnen und Schülern. Macht und Kontrolle bildeten dabei den „Knackpunkt“ als Auslöser, betroffen seien immer auch die im Haushalt lebenden Kinder.

 

Eine von zahlreichen Sonderformen dieser Menschenrechtsprobleme stelle neben der Zwangsheirat, die oft mit Morddrohungen einhergehe, auch die arrangierte Ehe dar: Die Eltern wählten den Ehepartner und übten gegenüber ihren oft minderjährigen Töchtern sowohl Zwang, Druck und Erpressung aus. Alexandra Gutmann: „Die Mädchen müssen sich in diesen Fällen zudem oft von ihrem gesamten sozialen Umfeld wie Familie, Freunde und Umgebung trennen. Wie auch bei der Heiratsverschleppung leben sie dann in einem Land mit anderen religiösen und kulturellen Hintergründen.“

 

Außenstehende sollten bei einem Verdacht auf häusliche Gewalt nicht untätig bleiben: „Ihr solltet Vertrauen aufbauen, Erzähltes ernst nehmen und Mut machen. Hilfreich ist auch, Scham- und Schuldgefühle zu entkräften, Mitgefühl zu zeigen und auf jeden Fall dranzubleiben“, unterstreicht Alexandra Gutmann in der anschließenden Fragerunde. Im Notfall könne man die Polizei oder die ebenfalls rund um die Uhr besetzten Beratungsstellen (u.a. die Diakoniestelle Heilbronn) anrufen. „Unsere Schülerinnen und Schüler werden nach ihrer Ausbildung am Sozialwissenschaftlichen Gymnasium aufgrund der gewählten Tätigkeitsfelder oft mit solchen Themen konfrontiert. Deshalb haben wir das Angebot des Diakonie-Seminars gerne angenommen und wissen die Einladung sehr zu schätzen“, betont Schulleiterin Anja Biller.

 

Elke Khattab