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Präventionsvortrag "Substanzkonsum bei Jugendlichen"

 

Hurra! Der Unterricht fällt nachmittags am Donnerstag in der 7. und 8. Stunde aus. Aber - statt Unterricht - gab es dafür in diesem Zeitraum am 20. Oktober einen Präventionsvortrag zum Thema „Substanzkonsum bei Jugendlichen“. Gehalten hatte ihn der Sozialarbeiter und Sozialpädagoge Ercan Efe von der Jugend- und Suchtberatung bei uns in Heilbronn.

„Bist Du ein Mann oder gehst Du Memme zu Deiner Mama?“ – Mit diesem Satz beschrieb Herr Efe, warum Jugendliche in ihrer Gruppe anfangen, Tabak oder andere Substanzen zu rauchen und/oder Alkohol zu trinken. Aus dem identitätsstiftenden Genuss wird dann der Missbrauch. Später stellt sich die Gewohnheit und noch später die Abhängigkeit ein, die einen Kontrollverlust nach sich zieht. Anschaulich erläuterte er auch, dass Alkohol bei uns in der Öffentlichkeit getrunken wird, eine Abhängigkeit, die zum Kontrollverlust in der Öffentlichkeit führt, von dieser jedoch nicht toleriert wird.

Dabei kann der Weg in die Sucht durch den trinkenden oder kiffenden Vater vorprogrammiert sein. Eindringlich erzählte er mit vielen Beispielen der Familienkonstellation und aus seiner Arbeit als Streetworker, wie Sucht zur Familienkrankheit werden kann. Hier kann das Ansprechen aus dem Freundeskreis heraus – unter Berücksichtigung der Familienkonstellation - etwas bewirken.

Erstaunlich immer wieder, wie einfach es Jugendliche haben, zu Suchtmitteln wie Zigaretten und Alkohol zu kommen. Und Kräuterdrogen? So nette kleine Tütchen mit bunten witzigen Zeichnungen und genauso witzigen Sprüchen? Noch viel einfacher! Die kann man für ein paar Euro ganz legal im Internet kaufen. Die in den Tütchen getrockneten Kräutern werden mit künstlich hergestellten Drogen besprüht, die immer wieder etwas anders von chemisch versierten Leuten hergestellt werden. Bis die Gesetzgebung diese künstlichen Drogen analysiert und verboten hat, sind schon wieder neue künstliche Drogen auf den Kräutern. Erschreckend ist dabei, dass die Wirkung dieser Kräutermischungen dadurch nicht vorhersehbar ist. Zwischen „Nixspüren“, angenehmem Rauscherlebnis, schwersten Ausfallerscheinungen oder Tod ist alles drin. Ein Russisches Roulette!

Als Hilfesysteme kommen hier die Beratungsstellen der ambulanten Suchthilfe in Heilbronn zu tragen, die Einzelberatung oder Beratung für Informations- und Motivationsgruppen, Nachsorgegruppen, Angehörigengruppen, Medien sowie für Kinder aus suchtbelasteten Familien anbieten.  

Der eindringliche Vortrag hatte nachdenklich gestimmt. Etliche Fragen zum Vortrag wurden gestellt, aber auch Anfragen, ob die Suchtberatungsstelle Praktikumsplätze oder FSJ anbietet.

Dr. Christiane Weigner