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Die Handy-Aktion: Fragen. Durchblicken. Handeln

Am Sozialwissenschaftlichen Gymnasium des Kolping Bildungszentrums Heilbronn stehen seit der vergangenen Woche Sammelboxen der Handy-Aktion“ zur Rückgabe ausrangierter Handys.

35 Millionen Handys werden in Deutschland jedes Jahr gekauft. Die Kommunikationsgesellschaft liebt und lebt mit den kleinen Wunschcontainern, die uns glauben machen, mit allen und allem jederzeit vernetzt zu sein – sie sind unser Fluch und unser Segen. Im Schnitt jedoch wird jedes dieser Handys gerade einmal 18 Monate benutzt und dann durch ein neues ersetzt: Mehr Funktionen, mehr Auflösung, mehr Speicher, noch schneller, noch schmaler, noch leichter. Schätzungen nach liegen allein in den deutschen Schubladen mehr als 110 Millionen abgelegte Handys, die nicht mehr in den Rohstoffkreislauf zurückfinden.

Auf diese Problematik verweist die „Handy-Aktion“ unter dem Titel „fragen, durchblicken, handeln!“, die Ralf Häusler am 8. Juli 2015 den Schülerinnen und Schülern des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums des Kolping-Bildungszentrums Heilbronn präsentierte.  Ralf Häusler, von Beruf evangelischer Theologe, arbeitet in der Evangelischen Landeskirche im Bereich Entwicklungspolitik / Internationales. Mit großem Engagement reist er derzeit durchs Land, um die „Handy-Aktion“ voranzutreiben. Zwei Ziele verfolgt die Aktion:

Zum einen soll die Aktion uns für unseren Umgang mit wertvollen Ressourcen sensibilisieren: Ein Handy besteht zu 34 % aus Sand (in Form von Glas bzw. Keramik), zu 15 % aus Kupfer, zu 43 % aus Kunststoffen, (also Erdöl), und zu 0,5 % aus Edelmetallen. Würde es der Aktion gelingen, tatsächlich alle 110 Millionen unbenutzte deutsche Handys einzusammeln und einer Wiederverwertung zuzuführen, käme man auf die enormen Zahlen von 2,5 Tonnen wiedergewonnenem Gold, 25 Tonnen Silber, 700 Tonnen Kupfer.

Zum anderen hat unser Konsumverhalten in einer globalisierten Welt direkte Auswirkungen auf die Lebensverhältnisse von Menschen in jenen Ländern, die Rohstofflieferanten für Handys sind. Die demokratische Republik Kongo beispielsweise verfügt über viele Bodenschätze, die zur Produktion unserer Kommunikationswerkzeuge benötigt werden. Die politische und wirtschaftliche Situation vor Ort steht in direktem Zusammenhang mit Menschenrechtsverletzungen bereits beim Abbau der Rohstoffe, Kinderarbeit, Gewalt, Armut, Unterbezahlung, Dumping-Preise für teure Ressourcen, schlechte Arbeitsbedingungen in den Minen sind ebenso erschütternder wie bedrückender kongolesischer Alltag.

Mit den im Sozialwissenschaftlichen Gymnasium aufgestellten Handy-Boxen, in denen alte Handys gesammelt werden sollen, versucht die Evangelische Landeskirche die Bedingungen der Menschen im Kongo nachhaltig zu verbessern. Partner der Aktion sind die Deutsche Umwelthilfe, die Deutsche Telekom und die Organisation Brot für die Welt.